Umwelterklärung
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Sägewerk
Sägewerk Sägewerk Sägewerk
2025
2025 2025 2025

Wir als Sägewerk-Team sind uns darüber bewusst, dass wir im Zusammenhang mit der Ausrichtung des Sägewerks eine große Verantwortung für den Umgang mit der Umwelt tragen. Daher spielen die Aspekte Natur- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit in der Planung des Festivals eine wichtige Rolle.

Vor allem in diesem Jahr ist der Aspekt Artenschutz in unseren Fokus gerückt, da sich im engeren Austausch mit den Behörden ein naturschutzfachlicher Konflikt mit dem Vorkommen empfindlicher und geschützter Tiere ergeben hat. Um in Anbetracht dieser Thematik einen Kompromiss zwischen den involvierten Akteur*innen, der Natur und den dort beheimateten Lebewesen und uns als Veranstalter*innen zu finden, sind wir über Monate hinweg mit den Behörden und Fachplaner*innen eine aktive Kommunikation eingegangen. Dieser Austauschprozess führte schlussendlich dazu, dass wir das Datum des Sägewerks in den Spätsommer verlegen, um nicht mit den empfindlichen Brutzeiten von Vögeln zu überschneiden. Außerdem wurde ein Umweltbüro beauftragt, weitere Maßnahmen für dort vorgefundene Eidechsenarten umzusetzen.

Durch die Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen und der damit einhergehenden Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde kann das Sägewerk Festival 2025 Ende August stattfinden.

 

Wir setzen uns mit großer Motivation und viel Engagement dafür ein, dass unser Projekt einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck hinterlässt und schenken den folgenden Aspekten besondere Aufmerksamkeit:


 

Mobilität:

Die Anreise zum Sägewerk Festival kann mit der Regionalbahn erfolgen. Aus Berlin, Leipzig und Dresden gibt es regelmäßige Verbindungen nach Jänschwalde Ost. Ab dem örtlichen Bahnhof könnt ihr in wenigen Minuten mit dem Fahrrad zum Gelände fahren. In der Nähe des Einlasses befinden sich ausreichend Fahrradabstell- und anschließmöglichkeiten. Alternativ könnt ihr am örtlichen Bahnhof in einen Shuttlebus steigen, der bis zum Einlass fährt.

Weiterhin gibt es die Möglichkeit, per Reisebus von einem zentralen Startpunkt in Berlin anzureisen. Weitere Informationen dazu folgen.

Die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist am klimafreundlichsten. Wenn ihr allerdings nicht auf den Komfort eines Autos oder Campers verzichten möchtet, wären wir und die Umwelt euch sehr dankbar, wenn möglichst alle Sitzplätze mit euch Festivalbesucher*innen belegt sind.

 

Essen:

Die externen Food Trucks, für die wir uns entschieden haben, bieten eine vielfältige Auswahl ausschließlich vegetarischer und veganer Snacks und Speisen an. Wir verwenden kein Plastik-Einweg-Geschirr und ermutigen euch alle, eigene wiederverwendbare Behälter mitzubringen.

Es wird eine Spendenmöglichkeit für nicht verzehrte Lebensmittel geben. Besucher*innen können diese nach dem Festival abgeben, sollten sie sie nicht "zurückschleppen" wollen. Um Lebensmittelverschwendung zu minimieren, werden wir die gesammelten Spenden an eine Tafel o.ä. spenden. Gleichermaßen kann dort ebenfalls Campingausrüstung gespendet werden. Auch kaputte Zelte und Pavillions nehmen wir gerne entgegen. Wir wollen diesen in nachhaltigen Mode- und Kunstprojekten ein neues Leben schenken.

 

Kommunikation & Bildung:

Ein nachhaltiges Festival beginnt bei der Wissensvermittlung und dem Bewusstsein aller Beteiligten. Aus diesem Grund nehmen Kommunikation und Bildung einen zentralen Platz in unserem Umweltkonzept ein.

Seit Beginn des Aufbaus sensibilisieren wir das gesamte Team durch Briefings und Hinweise für umweltbewusstes und -freundliches Verhalten auf dem Gelände und bei den Arbeiten mit ökologischen Ressourcen sowie der Handhabung von Schadstoffen. Dazu gehören auch der schonende Umgang mit Materialien allgemein (Arbeit mit vorhandenen, gebrauchten, recycelten Materialien; bewusster Neukauf), Mülltrennung und ein wassersparendes Verhalten.

Informationen und proaktive Handlungsvorschläge rund um das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit werden vor (z.B. über soziale Medien) und während (z.B. Booklet, Hinweisschilder) des Festivals an euch kommuniziert. Dazu gehören unter anderem Hinweise zur Mülltrennung und zu den vorhandenen biologisch abbaubaren Seifen und Shampoos.

Ziel dieser Maßnahmen ist es, gemeinschaftlich Verantwortung zu übernehmen und Umweltbewusstsein als Teil der Festivalidentität zu verankern.


 

Naturschutz:

Unsere Arbeiten finden ausschließlich auf dem Festivalgelände statt und tangieren daher die angrenzenden Naturschutzgebiete nicht. Auf dem Gelände nutzen wir die bereits etablierten Wege, sodass vorhandene Sträucher, Büsche, Bäume und andere Pflanzen möglichst unberührt bleiben können. Anfallenden Grünschnitt räumen wir bewusst vom Gelände, damit Totholzhaufen kein Zuhause oder Brutstätte für Tierchen bietet, die spätestens während des Festivals gestört werden würden.

Wir stellen euch allen biologisch abbaubare Seifen und Shampoos zur Verfügung, damit schädliche Stoffe wie Säuren und Tenside nicht im Boden versickern. Gleichermaßen gibt es biologisch abbaubares Spülmittel für die Aufbauphase, die Bars und die Backstageküche.

 

Artenschutz:

Der Schutz bedrohter und empfindlicher Arten hat im Zuge der Planung des Sägewerk Festivals 2025 einen besonders hohen Stellenwert erhalten, denn im Austausch mit Expert*innen wurde deutlich, dass das Veranstaltungsgelände Heimat geschützter Tierarten wie bodenbrütenden Vogelarten und Reptilien ist.

Wir sehen es als unsere Pflicht an, diesen Lebensraum zu respektieren und gleichzeitig einen Weg zu finden, das Festival in Einklang mit dem lokalen Ökosystem zu realisieren. Über mehrere Monate hinweg standen wir deshalb im engen Austausch mit allen relevanten Akteur*innen. In dieser Kooperation wurde ein tragfähiger Kompromiss erarbeitet, der sowohl dem Schutz der Natur als auch dem Bestehen des Festivals gerecht wird.

Eine zentrale Maßnahme ist die Verlegung des Veranstaltungstermins in den Spätsommer, um sensible Brutzeiten der betroffenen Vogelarten nicht zu stören. Zudem wurden gezielte Schutzmaßnahmen für die ansässigen Reptilienarten ausgearbeitet: Es werden u.a. spezielle Schutzzäune errichtet und Umsiedlungsmaßnahmen durchgeführt, um die Tiere vor potenziellen Gefahren durch den Festivalbetrieb zu bewahren.

Diese Maßnahmen wurden durch eine artenschutzrechtliche Fachplanung begleitet und in enger Abstimmung mit der zuständigen Naturschutzbehörde ermittelt.

Wir freuen uns, dass das Sägewerk Festival 2025 dank dieser guten Zusammenarbeit Ende August stattfinden kann - unter größtmöglicher Rücksichtnahme auf die schützenswerte Fauna.

 

Müll:

Während der Aufbauphase trennen wir anfallenden Müll in Papier und Pappe, Rest-/Verpackungsmüll, Glas, Pfand und Schadstoffe. Ressourcen-Reste wie Holz oder Metall werden weitgehend weiterverwendet, beispielsweise für Deko oder kleinere Arbeiten.

Während des Festivals wollen wir weiterhin mit eurer Unterstützung fleißig Müll trennen. Ihr werdet dieses Jahr von uns eine Mülltüte kriegen, in denen ihr euren Müll sammeln könnt. Für größere Camps stellen wir euch eine weitere Tüte für Glasmüll zur Verfügung. Es gibt ein Müllpfandsystem, indem alle ihren 10€ Müllpfand gegen die Abgabe des vollen Müllsacks zurückerhalten. Auf dem Gelände befinden sich ausreichend Müllstationen und Aschenbecher und es werden zusätzlich Taschen-Aschenbecher am Einlass verteilt. Das sind hauptsächlich alte Filmdosen und Flaschenrohlinge, die zur portablen Entsorgung der Zigarettenstummel dienen, damit sie nicht in die Umwelt gelangen und diese verschmutzen. Während und nach dem Festival sammeln wir außerdem Müll auf, der es nicht in die Mülleimer geschafft hat.

 

CO₂-Bilanzierung:

Mit Blick auf eine möglichst klimaverträgliche Zukunft wollen wir nicht nur ökologisch handeln, sondern unsere Maßnahmen auch messbar machen. Deshalb haben wir 2024 ein Pilotprojekt zur CO₂-Bilanzierung des Festivals gestartet, das 2025 fortgeführt und weiterentwickelt werden soll.

Aber was ist eigentlich eine CO₂-Bilanzierung?
Bei einer CO₂-Bilanzierung geht es darum, die durch das Festival (Planung und Durchführung) entstehenden Treibhausgasemissionen zu erfassen, zu analysieren und langfristig zu reduzieren. Dabei werden sämtliche relevante Emissionsquellen berücksichtigt, von der Anreise mit dem Auto und der Bahn über den Energieverbrauch bis hin zu Materialeinsatz und Verpflegung.

Unsere Methode: Die Bilanz wird gemäß den internationalen Normen ISO 14067 (Carbon Footprint of Products) und ISO 14068 (Klimaneutralität) erstellt. Wir nutzen Emissionsfaktoren des Umweltbundesamts (UBA) und greifen ergänzend auf Richtlinien des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zurück. Diese Emissionsfaktoren werden mit unserem Ressourcenverbrauch verschnitten und ergeben somit eine Gesamtmenge an produzierten CO₂-Äquivalenten.

Häääää?

Hier nochmal auf Deutsch: Die CO₂-Bilanz des Sägewerk Festivals wird nach international anerkannten Standards erstellt. Um herauszufinden, wie viel klimaschädliches CO₂ (und andere Treibhausgase) durch das Festival entsteht, nutzen wir sogenannte Emissionsfaktoren. Das sind feste Zahlen, die angeben, wie viel CO₂ entsteht, wenn man z. B. einen Liter Benzin verbrennt oder einen Kilometer mit dem Zug fährt oder ein Kilogramm Polyester oder Stahl als Ressource verwendet. Diese Daten und Faktoren stammen unter anderem vom Umweltbundesamt. Wir schauen also genau hin: Wie viele Kilometer wurden zurückgelegt? Wie viel Strom wird verbraucht? Welche Materialien werden eingesetzt?

Diese Verbrauchsdaten werden mit den passenden Emissionsfaktoren multipliziert – so ergibt sich am Ende eine Gesamtmenge an sogenannten CO₂-Äquivalenten. Das ist eine Maßeinheit, die verschiedene Treibhausgase (Methan, Lachgas usw.) vergleichbar macht, indem sie ihre Wirkung auf das Klima in CO₂ umrechnet. Dadurch können wir am Ende die Emissionen von einem Liter Benzin, einer Bahnfahrt von 100 km und einem km³ Holz zusammenrechnen und einen Gesamtwert fürs Festival erhalten.

Die so entstandene Berechnungsgrundlage ermöglicht es uns, die Entwicklung unserer Klimabilanz über die Jahre hinweg zu beobachten und gezielt klimawirksame Stellschrauben zu identifizieren. Mittelfristig streben wir an, nicht vermeidbare Emissionen über zertifizierte Projekte zu kompensieren. Doch unser Fokus liegt klar auf Vermeidung und Reduktion vor der Kompensation.



 

Das Ziel für uns als Veranstalter*innen ist es, die Umwelt und die Natur, in der das Sägewerk Festival stattfindet, zu respektieren und zu schonen. Zusätzlich möchten wir euch Teilnehmer*innen über unser Anliegen informieren und einladen, bei unserem Umweltengagement mitzuwirken.

Mit großer Motivation habe wir daher wieder einen kleinen Sägewerk-Umweltguide erstellt, der in den Wochen vor dem Festival mit euch geteilt wird und freuen uns über eine aktive Beteiligung an unseren umweltfreundlichen Initiativen.

Wir bemühen uns, von Jahr zu Jahr besser zu werden und den hohen Ansprüchen eines klima- und umweltschonenden Festivals gerecht zu werden. In Planung ist z.B. auch, dass wir unsere Festivalarbeiten mit Solarstrom eines mobilen Panels unterstützen, um unsere Emissionen zu verringern.

Für weitere Informationen oder Anregungen stehen wir euch gerne zur Verfügung. Schickt gerne eine Mail an: umwelt@khisdapaze.de